19.11.2015

Werden Texte im Web auch wirklich gelesen?

Werden Texte im Web auch wirklich gelesen?

Bei jedem Webprojekt kommt der Zeitpunkt, wo man sich Gedanken zum Inhalt macht. Dabei sehen wir uns als Agentur oftmals mit zwei Vorbehalten von Seiten unserer Kunden konfrontiert: Scrollen die Besucher der Website wirklich durch eine Seite und werden die Texte darin auch gelesen? Wir haben eine Methode entwickelt, diese zwei Fragen objektiv zu beantworten.

Vielfach wird aufgrund der aktuellen Google Analytics Zahlen ein falscher Rückschluss gezogen. Google Analytics berechnet die Besuchszeit als Differenz zwischen zwei Seitenaufrufen. Nehmen wir an, Sie besuchen allink.ch und klicken nach 30 Sekunden eine zweite Seite an, und nach 40 Sekunden die dritte Seite, Ihr Besuch wird somit mit 70 Sekunden vermerkt. Verbringen Sie auf der letzten Seite nochmals 60 Sekunden, kann diese Besuchszeit nicht gemessen werden. Weiter kann mit Google Analytics über das Scrollverhalten keine Aussage gemacht werden.

Wie Google Analytics die Besuchszeit berechnet

Der Trend hin zu Onepager mit längeren Inhalten (Beispiel Rösselet Uhren und Schmuck) führt dazu, dass Besuchszeiten tiefer ausgewiesen werden als sie effektiv sind. Oft findet der Besucher auf der ersten Seite alle Informationen, die er benötigt. Klickt er dann keine zweite Seite an, meldet Google Analytics 0 Sekunden Aufenthaltsdauer.

Abhilfe schafft ein Scroll Tracking, dabei wird eine Meldung an Google Analytics geschickt, wenn ein User auf der Seite scrollt. Durch diese Meldungen kann Google Analytics berechnen, wie lange der User auf der Website ist. Um herauszufinden, was das in der Praxis für einen Unterschied macht, haben wir beim Blog der Journalistin Anna Miller ein Scroll Tracking eingebaut. Die Seite weist längere Artikel auf, wie z.B. das Tischgespräch mit Beda Achermann. Zu Beginn meldete Google Analytics, dass die Besucher im Schnitt 1 Minute und 33 Sekunden auf diesem Artikel verweilen. Dies würde bedeuten, dass nicht mal 10% des Artikels gelesen werden. Nach dem Scroll Tracking Update wurde ein Wert von 23 Minuten und 12 Sekunden angegeben, offenbar lesen die Besucher diesen Artikel. Dieses Beispiel zeigt sehr schön, dass man schnell aufgrund von Daten aus Google Analytics falsche Rückschlüsse ziehen kann.

Bei Websites von B2B-Unternehmen, die oftmals längere Beschreibungen der Dienstleistungen oder Fallstudien aufweisen, ist es wichtig zu wissen, ob die Besucher auch wirklich die Inhalte lesen.

Dank dem Scroll Tracking wissen wir, welche Texte gelesen werden und welche nicht. Diese Erkenntnisse nutzen wir, um Inhalte relevant zu gestalten und überzeugende Webauftritte zu schaffen.

Weiterführende Links zum Thema:

 

Von Mike Walder
Managing Director & Partner
+41 43 333 30 92
walder@allink.ch